Störlichtbogenberechnung

Mit der Funktion Störlichtbogenberechnung bietet PowerFactory ein Tool, welches verschiedene international anerkannte Normen und Empfehlungen erfüllt. Alle Berechnungsergebnisse lassen sich als Grafiken oder in Tabellen darstellen. Zudem können Störlichtbogen-Warnschilder erzeugt werden.
Für die Angabe der Fehlerklärungszeit stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. In Kombination mit den Funktionen zum Überstrom-Zeit-Schutz kann die Störlichtbogenberechnung in PowerFactory so konfiguriert werden, dass Schutzgeräte und ihre Fehlerklärungszeiten berücksichtigt werden.

Anwendungsbereiche der Funktion Störlichtbogenberechnung

  • Berechnung der thermischen Gefährdung durch Störlichtbögen nach IEEE 1584-2002 und -2018, NFPA 70E-2012 und DGUV 203-077
  • Berechnung von Vorfallenergie, Annäherungsgrenze und PSA-Kategorie
  • Automatische Erstellung von Warnschildern für die Störlichtbogengefährdung mit MS Excel/Word
  • Automatische auf Schutzeinstellungen basierende Berücksichtigung der Fehlerklärungszeit1
  • Berechnung der Lichtbogenenergie

1Erfordert Funktionen zum Überstromzeitschutz


Wozu benötigt man ein Tool zur Störlichtbogenberechnung?

Arbeiten Personen an oder in der Nähe elektrischer Anlagen, muss eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden. Wird zudem an Anlagen gearbeitet, deren spannungsfreier Zustand noch nicht her- oder sichergestellt werden kann, erfolgt eine Beurteilung der Störlichtbogengefährdung. Etablierte Normen für diese Berechnung sind IEEE 1584-2002 und -2018, NFPA 70E-2012 und DGUV 203-077.

Störlichtbogen sind seltene, aber nicht auszuschließende Lichtbogenereignisse mit unkontrollierter Auswirkung. Sie können zu massiven Sachschäden an Anlagen führen, sind allerdings auch ein enormes Risiko für das an der Anlage arbeitende Personal. Besteht grundsätzlich die Gefahr einer Störlichtbogenexposition von Personen bei Arbeiten an einer elektrischen Anlage, erfolgt eine Basisbewertung des Störlichtbogenrisikos. Je nach Ergebnis der Basisbewertung kann eine Störlichtbogenberechnung erforderlich sein. Bei einem sehr hohen Risiko einer Störlichtbogenexposition sind technische und organisatorische Maßnahmen zur Behebung bzw. Reduzierung der Störlichtbogengefahr zu ergreifen. Es erfolgt eine abschließende Restrisikobewertung mittels einer Risikomatrix. Bei einem Restrisiko, welches Arbeiten an der im Betrieb befindlichen Anlage nicht ausschließt, kann mit der Störlichtbogenberechnung in PowerFactory die Vorfallenergie, die Annäherungsgrenze und die PSA-Kategorie (Persönliche Schutzausrüstung) berechnet werden. Des Weiteren wird automatisch ein Warnschild erstellt (MS Excel/Word), welches ausgedruckt an der Anlage angebracht werden kann.

Technische und organisatorische Maßnahmen zur Reduzierung der Störlichtbogengefahr können in PowerFactory mit der Funktion Scripting and Automation vorgenommen werden. In Kombination mit den Funktionen zum Überstrom-Zeit-Schutz kann die Störlichtbogenberechnung in PowerFactory so konfiguriert werden, dass Schutzgeräte und ihre Fehlerklärungszeiten berücksichtigt werden.


Einblicke in die Funktion Störlichtbogenberechnung


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